Zusammenfassung der deutschen Sprachgeschichte
Hochdeutsche Dialekte haben sich im Mittelalter, im Gegensatz zu den niederdeutschen Dialekten, durch die zweite germansiche Lautverschiebung weiterentwickelt und sind heute ein Teil der modernen deutschen Sprache.Die Gründe der Vielzahl von Dialekten im heiligen römischen Imperium waren: die physische Isolierung durch die hohen Berge und tiefen Wälder, Flüsse, die die Völkerwanderung und die Kolonisation beeinflussten. Diese Dialekte unterschieden sich untereinander und waren in manchen Fällen unverständlich.
Über Jahrhunderte war Deutschland in verschiedene Staaten geteilt, was die linguistischen Unterschiede beeinflusste. Der einzige Versuch, die Sprache zu vereinfachen und zu standardisieren, wurde von den Schriftstellern gemacht. Ihre Intension war es, ihre Bücher unter möglichst vielen Lesern zu verbreiten.
Martin Luther übersetzte die Bibel(das neue Testament in 1521 und das alte Testament in 1534) in die damals meist verbreitete Sprache. Anfangs gab es für jede Region eine Liste, die unbekannte Wörter in den regionalen Dialekt übersetzte. Die Kirche akzeptierte Luther´s Übersetzung anfangs nicht und schrieb ihre eigene Version (Gemeines Deutsch). Erst in der Mitte des 18 Jahrhunderts wurde eine weit akzeptierte Standardform festgelegt, was das Ende des frühen Hochdeutsch (Early New High German) bedeutete.
Im Habsburger Reich, einem Gebiet in Zentral-und Osteuropa, wurde Deutsch als Handels- und Regierungssprache verwendet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Deutsch in den Städten des ganzen Reiches gesprochen. Die Sprache gab Aufschluss über den Status der Person, ob sie ein Stadtbewohner oder Händler war, aber nicht über die regionale Herkunft. Mit der Eingliederung ins Habsburger Reich, wurden manche Städte wie Prag und Budapest Schritt für Schritt germanisiert. Städte, die während der Habsburgerzeit gegründet wurden, wie Pressburg (Bratislava), waren zu dieser Zeit deutsch. Andere Städte wie Mailand wurden nie germanisiert.
Bis zum 19.Jahrhundert existierte die deutsche Standardsprache nur in schriftlicher Form. Zu dieser Zeit sprachen die Einwohner Norddeutschlands einen komplett anderen Dialekt. In der Tat lernten sie Deutsch als eine Fremdsprache und versuchten die Standardaussprache zu imitieren. Das Norddeutsche wurde in Lehrbüchern zur Aussprache als Standardform anerkannt. Nichtsdestotrotz hat jede Region eine unterschiedliche Aussprache.
Hochdeutsch ist die Sprache der Medien und der schriftlichen Werke. Es wird von allen verstanden, mit Ausnahme der Kinder im Vorschulalter in jenen Gebieten, in denen der regionale Dialekt noch sehr stark verbreitet ist.
Das umfassendste Wörterbuch zur deutschen Sprache wurde zwischen 1852 und 1960 veröffentlicht und umfasst 16 Bände der Gebrüder Grimm. 1860 erschien das Duden Handbuch mit den ersten Regeln zu Rechtschreibung und Grammatik, die 1901 zur Standardform der deutschen Sprache erklärt wurden. 1996 entschieden die Regierungsvertreter aller deutschsprachigen Länder über eine Reform der deutschen Rechtschreibung. Bis 1998 wurden alle Rechtschreibregeln von offizieller Seite überprüft. Darauf folgte eine achtjährige Übergangszeit, in der die reformierte Rechtschreibung zwar schon in Schulen gelehrt wurde, in den Medien jedoch alte und neue Rechtschreibung parallel verwendet wurden.
Viele deutsche Universitäten entstanden um 1870 und Latein, als Sprache der Erziehung in Europa und Nordamerika, wurde teilweise erfolgreich von der deutschen Sprache abgelöst. Außerdem wurden wissenschaftliche Forschungsergebnisse hauptsächlich auf Deutsch publiziert und manche Universitäten wie z.B. die Stanford University, ersetzten ihre griechischen und lateinischen Mottos ins Deutsche.




